REBLOC DE

Integrierte Lärm- & Betonschutzwand

auf Brücken

 

Brückenbauwerke stellen hohe Anforderungen an Fahrzeug-Rückhaltesysteme (FRS) und Lärmschutzwände. Neben der Verkehrssicherheit sind insbesondere der Platzbedarf, die zusätzliche Bauwerksbeanspruchung, das Eigengewicht sowie der Montage- und Instandhaltungsaufwand zu berücksichtigen. 

 

Bei konventionellen Lösungen werden FRS und Lärmschutzwand als getrennte Konstruktionen hintereinander angeordnet. Dies führt zu größerem Platzbedarf, höheren Lasten und aufwendigeren Verankerungen in das Bauwerk.

Das integrierte REBLOC-System kombiniert beide Funktionen in einer Konstruktion. Die Lärmschutzwand wird direkt auf der Betonschutzwand montiert und kann dadurch unmittelbar am Fahrbahnrand angeordnet werden. Dadurch entsteht eine platzsparende, wirtschaftliche und besonders brückenschonende Lösung.

Nach Kenntnis des Herstellers handelt es sich um die erste auf einer Brückenkappe nach DIN EN 1317-2 geprüfte Kombination aus FRS und Lärmschutzwand. Das System wurde mit einer Gesamthöhe von 4,0 m geprüft und besteht aus einer 1,0 m hohen Betonschutzwand mit darüber angeordneten Aluminium-Lärmschutzpaneelen. Das leistungsstarke System erreicht die Aufhaltestufe L2/H2, bei einem geringen Wirkungsbereich von 0,95 m (W3), sowie keiner dynamischen Verschiebung. Die erforderliche Verankerungstiefe beträgt lediglich 12 cm.

Geringes Gewicht und intelligente Lastverteilung

Das Tragkonzept wurde konsequent auf eine geringe Beanspruchung der Brückenkonstruktion ausgelegt. Ein 5,0 m langes Aluminium-Paneelfeld mit 3,0 m Höhe wiegt lediglich rund 300 kg, die Betonschutzwand ca. 1400 kg pro Laufmeter. Dadurch werden Eigengewicht und Zusatzlasten deutlich reduziert.

Ein wesentlicher Vorteil ist die Lastabtragung. Während konventionelle Lärmschutzwände Windlasten über einzelne Pfosten punktförmig in die Brückenkappe einleiten, werden die Kräfte beim REBLOC-System zunächst über das Betonfertigteil-FRS verteilt und anschließend über zwölf M16-Anker pro 5-m-Element in die Brückenkappe als nahezu gleichmäßige Linienlast übertragen.  Gleichzeitig liegt der Lastangriff weiter innen, wodurch sich der Hebelarm verkürzt und Biege- sowie Torsionsbeanspruchungen des Kragarms deutlich reduziert werden.

Die effiziente Lastverteilung ermöglicht insbesondere bei Neu- und Ersatzneubauten breitere Brückenkappen, ohne die Bauwerksbeanspruchung gegenüber konventionellen Lösungen zu erhöhen. Der gewonnene Raum kann für Geh- und Radwege genutzt werden.

Nachgewiesene Sicherheit

Die Rückhaltefunktion wird vollständig vom integrierten FRS übernommen. Der Nachweis erfolgte durch Anprallversuche nach DIN EN 1317-2 auf einer realitätsnahen deutschen Brückenkappe mit Messung der Kräfte in der Anprallprüfung und Einstufung in das Einwirkungsmodell gemäß DIN EN 1991-2, 4.7.3.3 (1).

Beim TB51-Anprall traf ein 13 t schwerer Bus mit 70 km/h und einem Anprallwinkel von 20° auf das System. Die durchgeführte Kraftmessung ermöglicht eine direkte Bewertung der in die Brückenkappe und das Tragwerk eingeleiteten Kräfte gemäß DIN Fachbericht 101. Nach dem Versuch wurden weder am tragenden Grundsystem noch an der Bauwerksanbindung reparaturbedürftige Schäden festgestellt.

Mehr Sicherheit und effizientere Flächennutzung

Durch die Kombination von FRS und Lärmschutzwand kann das System unmittelbar an der Fahrbahn angeordnet werden. Fahrzeuge werden frühzeitig zurückgehalten, während Wartungspersonal, Fußgänger und Radfahrer hinter der integrierten Lärmschutzwand geschützt geführt werden.

Die geschlossene Konstruktion schützt zudem vor Spritzwasser, Schmutz, Trümmerteilen und Luftdruckstößen vorbeifahrender Lkw. Die Positionierung der Lärmschutzwand unmittelbar an der Schallquelle verbessert zugleich die Lärmschutzwirkung.

Da der Abstand zwischen FRS und Lärmschutzwand entfällt, steht mehr nutzbare Breite zur Verfügung. Dies ist insbesondere bei innerstädtischen Brücken mit begrenztem Platzangebot von Vorteil, da dieser Raum beispielsweise für Geh- und Radwege genutzt werden kann.

Vereinfachte Bauwerksüberprüfung, Instandhaltung und wirtschaftliche Montage

Durch die Integration von FRS und Lärmschutzwand wandert die Lärmschutzwand vom Brückenaußenrand an die Vorderseite der Brückenkappe. Somit wird die Lärmschutzwand über den dahinter liegenden Geh- bzw. Wartungsbereich einfacher zugänglich. Dies erleichtert Bauwerksüberprüfungen sowie Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten und reduziert den langfristigen Betriebsaufwand.

Das modulare System wird direkt auf der Brückenkappe mit einer Verankerungstiefe von lediglich 12 cm befestigt. Dadurch bleibt die Bauwerksabdichtung unberührt. Die standardisierte Bauweise ermöglicht kurze Sperrzeiten, einen einfachen Austausch einzelner Elemente, sowie Montageleistungen von bis zu 200 m fertiger Lärmschutzwand pro Tag.

Die Betonschutzwand kann bereits während der Bauphase als temporäres FRS genutzt und anschließend mit der Lärmschutzwand ergänzt werden. Dadurch reduzieren sich Materialtransporte, Montageaufwand und Bauzeit. Für Brückendilatationen steht eine speziell entwickelte Systemlösung mit Beton-Sonderelement und Stahlabdeckhaube zur Verfügung.

Fazit

Das integrierte REBLOC-System vereint Verkehrssicherheit, Lärmschutz und brückengerechte Lastabtragung in einer modularen Konstruktion. Geringes Eigengewicht, minimale Verankerungstiefe und die intelligente Verteilung von Wind- und Anpralllasten reduzieren die Beanspruchung des Bauwerks deutlich gegenüber konventionellen Lösungen.

Gleichzeitig verbessert die unmittelbare Positionierung am Fahrbahnrand die Lärmschutzwirkung, schafft zusätzliche Flächen für Geh- und Radwege und erhöht die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer. Die nach DIN EN 1317-2 nachgewiesene Leistungsfähigkeit, die hohe Montagegeschwindigkeit und die wirtschaftliche Bauweise machen das System zu einer zukunftsweisenden Lösung für moderne Brückenbauwerke.